Die Tour der Armen
(Paris-Dakar für Arme)

Kaufe ein Auto für 150 Euro, fahre damit 7.000 Kilometer und verschenke es dann.
Das sind die Regeln der "Plymouth-Banjul-Challenge", die 2003 vom Engländer Julian Nowill ins Leben gerufen worden ist und die gut 200 Kilometer über Dakar hinaus führt, bis in die Hauptstadt Gambias, Banjul.
Bewusst im Widerspruch zur Hochleistungsrallye Paris-Dakar und ihren immensen Kosten geht es den Teilnehmern der „PBC“ ums Geld - Einerseits bei der Anschaffung und andererseits beim Verschenken des Autos in Banjul, das dort versteigert wird und dessen Erlös in wohltätige Zwecke in Gambia fließt.
Auch die Oberhausener Stephan Kubitza und Zeljko Horvat nahmen an der diesjährigen Plymouth-Banjul-Challenge 2007 teil. Ausgerüstet mit einem Opel Kadett E, Baujahr 1989, drei Reserverädern, 64 Rollen Toilettenpapier, fünf Litern Motoröl, 200 Kulis, einem Karton Fruchtgummi, einem Karton Fingerpuppen, 200 Sternchenballons, zwei Reservekanistern, Rückflugtickets und etlichem, absolut notwendigem &Mac226;Zeug‘, machten sie sich am 29. Dezember des Vorjahres auf den Weg nach Westafrika. 6.984 Kilometern und 18 Tage später erreichten sie nach Durchqueren von Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Spanien, Gibraltar, Marokko, West-Sahara, Mauretanien und des Senegals Gambia.
„Eine faszinierende Reise in einen anderen Kontinent und eine andere Welt, die uns Geduld lehrte und, ja, nehmen wir dieses altmodische Wort, Demut. Das Freimachen vom europäischen, besonders dem deutschen, Perfektionsstreben, wieder zur Ruhe finden und Erkennen, dass es schon mal etwas dauern kann… Das Bewusstsein wieder erwecken, dass unser Lebensstandard ein sehr hoher ist und wir für selbstverständlich erachten, woran es in sehr weiten Teilen der Welt mangelt…“
In der Tat, die Teilnehmer der &Mac226;Plymouth-Banjul-Challenge‘ müssen schon ein wenig verrückt sein. Der eine verirrt sich in der Medina von Marrakech, wird überfallen und handelt &Mac226;seinen‘ Räuber von 40 auf 30 Euro herunter und lässt sich dann von ihm noch aus der Medina geleiten. Der andere meint, für diese Tour käme nur eine holländische Artillerie-Zugmaschine aus dem Jahr 1956 in Frage und wundert sich dann, dass er nach 427 gefahrenen Kilometern bereits 386 Euros für Diesel ausgegeben hat. Nicht wenige sehen die Ausläufer der Sahara als Spielwiese an und müssen ihr Auto zu den anderen gesellen, die dort im Sand verrotten…

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